2012 RoZy’s Reviews

Rozy’s Reviews | 2014 | 2013

afterteaAFTER TEA – jointhouse blues – (1970/2012)
After Tea wurden 1967 von einigen holländischen Musikern der Band Tee Set und Ray Fenwick gegründet. Ray Fenwick wechselte später zur Spencer Davis Group, als er Probleme mit der holländischen Arbeitserlaubnis bekam und ersetzte dort Steve Winwood. Jointhouse Blues beginnt mit dem gleichnamigen Stück in allerbester blues rock manier , um dann mehr und mehr in Richtung Savoy Brown oder auch frühe Doors zu wechseln. (I’m here, Someday oder let’s come all together) Die frühen Blues Stücke wechseln im Laufe der CD in eher psychodelische Blues Rock Musik der End-60iger Anfang-70iger-Jahre-Musik. Musikalisch gehen After Tea dabei keine groflen Experimente ein. Von der Hitparaden Mucke a la My Belle Ami bleibt hier so gar nichts mehr. Die Platte wirkt heute etwas angestaubt, ist aber ganz toll soundtechnisch nachgearbeitet und von Könnern eingespielt. Höhepunkt ist das auf 25 min !! ausgedehnte Punishment The End, das auch gut von Iron Butterfly oder den o.a. Savoy Brown hätte stammen können.
7 von 10P


Krautrock – The World of (2012)
Da wir auf dieser Webseite bereits ein Special zum Thema Krautrock im Ruhrgebiet haben, wird es Zeit, einmal einen Review über einen der vielen Sampler zu diesem Thema zu machen. Ich habe mir dafür eine Do Cd ausgesucht, die von der britischen Fa.music & melody 2012 herausgegeben wurde. Auf 2 CD’s findet sich ein repr‰sentativer Querschnitt der Musik aus Deutschland aus den frühen 70 iger Jahren.
Cd.1 startet mit Birth Control The work is done (Länge 6:02)
geht über Wallenstein’s Lunatic (11:58) gefolgt von
Bröselmachine’s Schmetterling ( 9: 33) danach folgt
Witthüser & Westrupp mit – der Rat der Motten (8 : 16)
Hölderlin Requiem für einen Wicht (6:39) ,
Walpurgis Queen of Saba (5 : 14), Guru Guru und der
Electrolurch (11:03) dürfen nicht fehlen und beendet wird diese
Cd von Popul Vuh Im Garten der Gemeinschaft ( 3:10)
Sound und Qualität der Cd sind extra klasse, über die Musik will ich gar nicht so viel schreiben, Prog Rock der allerersten Stunde von höchster Qualität. Negativ ist allenfalls die etwas spärlichen Informationen zu den einzelnen Bands, aber da gibt es ja mittlerweile genug qualifizierte Literatur zu diesem Thema. Allen voran Der Klang der Revolte von : Christioph Wagner (sehr zu empfehlen).
Doch zurück zur Musik dieser Zeit. Zwischen Rock a la Birth Control, sphärischem à la Wallenstein, akkustischem à la Bröselmaschine mit wunderschönem Flötensoli und Experimentellem à la Guru Guru ist die gesamte Bandbreite des als Krautrock bezeichnetem an Musik vorhanden und gibt ein schönes Beispiel der Musik wieder die vor 40 Jahren so in war. Teilweise trifft minimal Instrumentierung auf electronic und Rock Musik, immer gepaart mit grofler Kunst. (Man höre sich nur die Texte von Witthüser und Westrupp im Rat der Motten an) !
Man kann sie sicherlich zu den ersten Öko’s und Grünen dieser Republik zählen. Auch damals wollte man schon den Bauernhof als Domizil abseits von Euro Quoten und Fleischskandalen.
CD 2 glänzt mit Wallenstein’s The priestess, rockt richtig gut
mit Birth Control Stop little lady , Guru Guru lässt den LSD- marsch los, Wallenstein erneut mit The marvelous child, Bernd Witthüser mit Dracula, Guru Guru erneut mit Bo Diddley, ehe Wallenstein mit Mother Universe und nochmals Birth Control mit Just before the sun will rise diesen sehr guten Sampler beschließen.
8,5 P von 10


Ben Poole – Let’s Go Upstairs (2012)
Kürzlich hatte ich Gelegenheit Ben Poole plus Keyboarder bei einem sogenannten „ meet and greet“ kennenzulernen. (Näheres dazu auf dieser Internetseite)
Seine zwischenzeitlichen musikalisch eingestreuten „unplugged“ Beiträg veranlassten mich, mich mal näher mit diesem Künstler zu beschäftigen und ich besorgte mir diese Platte.
Bei den gemachten Interviews während des „meet and greet“ bekam ich vielmehr das Gefühl, einen neuen Gitarrenhelden von der britischen Insel vorgestellt zu bekommen.
Angenehm überrascht war ich jedoch, dass es sich hier um deutlich andere Musik handelt. Soul, etwas Funk, Groove und auch ruhigere Sachen wechseln sich wohltuend ab.
Natürlich ist es auch Blues aber Ben Poole ist vielmehr musikalisch variable. Eher in Richtung Climax Blues Band oder Southside Johnny zu seligen Ashbury Dukes Zeiten. 60’s Soul,Blues and Rock gepaart mit groove und etwas Dire Straits ähnlichen Gitarren singt und spielt sich die Band um Ben Poole durch 12 coole Lieder.
Ob remakes von „gonna tear your playhouse down“ oder „mr. Pitiful“ oder aber selbst geschriebenes, Mr. Poole und Band sind keine Radaumacher, sondern feinfühlige Interpreten dieser Songs, die allesamt durchwegs überzeugen.
Diese CD in ihrer Gesamtheit bietet schönen AO Rock – Pop mit viel Soul, mit dem einen oder anderen Gitarren Schmankerl, um dann wieder ruhiger zu werden.
Sehr zu empfehlen auch für die Damenwelt, sind doch einige schöne Liebeslieder vertreten (Let the rain come down). 8 Punkte von 10

The Hamburg Blues Band -friends for a lifetime- (2012)
 Untertitelt ist diese Veröffentlichung der Hamburg Blues Band mit „a compilation of 30 years of performance“, und dies trifft auf den Punkt. Verstärkt durch allerlei Größen des Blues und Rock a la Dick Heckstal-Smith (ex Colosseum) Mike Harrison (Spooky Tooth), Maggie Bell (Vinegar Joe), Inga Rumpf (Frumpy), Alex Conti (Lake), Adrian Askew (Atlantis) oder auch Miller Anderson und Clem Clempson rockt sich die Hamburg Blues Band durch ein Repertoir von fast 40 Jahren.
 Großartige songs - „waiting for the wind, wishing well, when a blind man cries, superstition, stormy monday blues und auch und mit  Arthur Brown, fire“ sowie einigen mehr oder weniger unbekannten Blues Rockern werden hier gekonnt in Szene gesetzt und vorgetragen.
 Diese VÖ von 2013 haucht einigen dieser alten Hits richtig neues Leben ein, vor allem dann wenn die Original Sänger wie Mike Harrison, Chris Farlow oder auch Arthur Brown ins Mikrofon singen, brüllen, schreien oder einfach nur genial ihre alten Beiträge vortragen. Nicht minder schlecht sind Maggie Bell oder Inga Rumpf. Selbst „rockin' chair“ (ohne Gastsänger) wird hervorragend gesanglich umgesetzt, und der „Stormy monday Blues“ mit Chris Farlow setzt wohltuende ruhige Akzente.
 Einziger Wehrmutstropfen : viele der Stücke sind live eingespielt und der ansonsten tolle Sound aus dem Studio, kann hier nicht ganz erreicht werden, ist aber dennoch nach heutigen Maßstäben angemessen gut.
 Sehr schön auch das Plattencover als Booklet mit den vielen schönen Konzert-Bildern und Infos.
 Mit dieser Platte etabliert sich die HBB im Blues und Rock Olymp aus hiesigen Landen.  Der CD – Aufkleber Vol. 1 lässt vermuten, dass in Bälde mit Vol. 2 zu rechnen ist und das zurecht. Kann man nur dringend empfehlen.
8,75 von 10 P

W A R -the world is a ghetto (40th anniversary expanded edition) – 1972/2012
Die Kategorisierung dieser Platte ist schwierig. Irgendwo zwischen Funk,Blues,Soul,Jazz,Motown und auch Weltmusik. Aber diese Platte ist ein Kracher. Hits, die ein wenig nach Earth, Wind and Fire oder Johnny Guitar Watson klangen (wie in the Cisco Kid) werden gefolgt von sogenannten Funk/Jazz jams wie „City,Country,City“ mit einer Laufzeit von über 13 min. und deutlichen Anzeichen zum Psychodelischen dieser Tage. Immerhin haben die Aufnahmen von 1972 über 40 Jahre auf dem Buckel, verlieren aber auch heute noch nichts von Ihrer Magie.
Verschachtelte Rhythmus Tracks, in den klasse Orgel- und Flöten und Saxofonsoli eingebaut wurden, lassen das Ganze schon eher wie funkige, Rhytmus betonte Symphonie erscheinen. Doch dann geht man wieder vollkommend entspannend, wie in „four cornered room“ oder „the world is a ghetto“ über zur ruhigeren Seite der damaligen Motown Musik.
Als Bonus Tracks finden sich die sogenannten „Ghetto Tracks“. Freight train jam, 58 Blues, war is coming (als Blues Version) und the world is a ghetto beschliessen schließlich diese aufregende musikalische Melange aus James Brown, Johnny Guitar Watson und eben ganz viel WAR.

The Who live at Hull (1970/2012)
 Vielleicht eines der besten live Rock Alben aller Zeiten. The Who – live at Leeds erfährt mit diesem Konzert eine Wiederauferstehung der ganz frühen 70iger Jahre.
 Aufgenommen wurde „live in Hull“ einen Tag nach dem legendären „Leeds“ Konzert also am 15.02.1970 und war nach Aussagen von Sänger Roger Daltrey das eindeutig bessere
 Konzert. Lange Zeit waren wohl die Bass Spuren des Hull Konzerts zum Teil verschwunden und wurden jetzt mit moderner Technik aus dem Leeds Konzert hinzugefügt. Nun was soll man zu dem Konzert an sich sagen. Laut New York Times das beste Live Konzert einer Rock Band. Nie wieder zuvor oder danach hat es eine explosivere Mischung an Rock Musik gegeben. Explosionsartig ziehen sich „I can't explain“ „Young Man Blues“, „Substitute“ oder auch „Happy Jack“, der „Summertime Blues“, „shakin all over und My Generation“ dahin. Man mag die Who mögen oder auch nicht, unbestreitbar ist ihr Anteil am späteren Hard und Heavy Rock der Musikgeschichte. Zudem ist der Sound dieser CD weit besser als es je „auf live at Leeds“ war. Als Zugabe zu dieser CD gibt es noch etliche „Tommy“ Stücke zu hören wie „overture,it's a boy, 1921, natürlich „acid queen und „pinball wizzard“ oder auch „i'm free, tommy can you hear me, etc.
 Alles aufzuzählen hieße die Zeilen Vorgabe zu sprengen. Einzeln auf die Leistung der Musiker einzugehen kann und will ich nicht, aber selbst ich als Nichtmusiker bin begeistert, von der Trommel Leistung von Keith Moon, dem leider viel zu früh
 verstorbenen Drummer der Who. Eindeutig befand sich die Band hier auf dem Höhepunkt Ihres Schaffens und haben der Nachwelt ein unglaublich gutes Stück Rockgeschichte hinterlassen.
 9 von 10 Punkten

Inga Rumpf – Radio Love (2012)
Schon lange bin ich Fan von Inga Rumpf. Ob mit den City Preachers, Frumpy oder Atlantis stets wusste die Sängerin zu überzeugen. Nicht wenige sahen in Ihr die deutsche Janis Joplin . Ihre Stimme trug maßgeblich zum Erfolg in den 70 und 80 iger o.a. Bands bei. Doch wie es so ist, irgendwann verlor man Sie aus den Augen, bis jetzt eine sehr üppige 3 er CD!! mit dem NDR Bigband und Philharmonie Orchester entstand.
Zu seligen Frumpy Zeiten blieb mir schon mal öfter der Mund weit aufstehen, über die
Qualität Ihrer Sangeskunst. Dies war auch jetzt wieder der Fall. Doch anders als erwartet.
CD 1 betitelt Inga Rumpf & NDR Radio Philharmonie – radio love – hat so gar nichts mit dem Rock oder Blues vergangener Zeiten zu tun. 10 wunderschöne Balladen, die prächtig in die Weihnachtszeit passen, viele Geigen und ähnlich Streichinstrumente und über allem diese unglaubliche Stimme. In der Qualität nahe an Weltstars wie Celine Dion, Maryha Carey oder gar Barbara Streisand allerdings ohne deren Kitsch aber eben mit Philharmonie Orchester. Ob „you can go into my head, body and soul, how deep is the ocean, the man I love, stormy weather, etc.
allesamt vom Blues und Rock vergangener Zeiten befreit. Einfach nur schön.
Wenn Kritik dann diese : manchmal zu viel zu schön. Aber passend zur Jahreszeit. Man sieht schneebedeckte Tannenbäume, weihnachtliche erleuchtete Hausfronten, das Kaminfeuer, ein Orchester in Höchstform und Inga Rumpf mit dieser Stimme, die einem die Tränen in die Augen treibt. (Durchaus positiv gemeint)
CD 2 betitelt Inga Rumpf & die NDR Bigband – the spirit of Jimi Hendrix !!!!!! 12 Jimi Nummern von d e r weiblichen deutschen Rocksängerin intoniert im Bigband Sound des neuen Jahrtausend . Na extremer kann ein Sangeswechsel wohl kaum sein.
Dort noch besinnliches und jetzt „foxy lady, spanish castle magic, castles made of sand, ain’t no telling, natürlich hey joe, stone free, gypsy eyes, fire, freedom, voodoo chile, purple haze und crosstown traffic !!! Das ganze live aufgenommen.
Und hier kommt wahrlich – auch dies positiv gemeint – die alte INGA wieder zum Vorschein. Es grooved,rockt und bluesed was das Zeug hält. Ob man den Big Band Sound mag oder nicht ist Geschmackssache. Musiker und Sängerin sind in Höchstform. Mrs. Blues beherrscht die Bühne und die Musiker. Teilweise sehr in den Jazz gehende Versionen (man höre sich nur Spanish Castle Magic oder das ganz leichten HipHop getunete Castles made of sand an). Fantastische Bläser und Saxophon Einsätze. Allesamt musikalisch hochkarätig und durchaus eigenwillig vorgetragen. Gypsy eyes ist unglaublich. Jimi Hendrix würde sich zwar im Grabe umdrehen aber nur weil er seine Nummern in diesen Versionen cool fand
Ähnliches an Qualität und Schaffenskraft hat man bisher nur von Bands wie Chicago (in den alten Tagen) und Blood,Sweat and Tears gehört und scheinbar hat den NDR Big Band Musikern dieser Auftritt auch Freude und Spaß gemacht.
CD 3 betitelt Inga Rumpf & die NDR Bigband – radio love –
13 all time classics über Cocker’s – „unchain my heart, Gary Moore’s – still got the blues, it’s a man’s world, bis hin zu jumping jack flash, like a ship oder toothbrush – hier tobt der Mob. OK. Auch Irving Berlin, Gershwin oder Duke Ellington habe Pate gestanden. Das mag mal jeder für sich selbst rausfinden ob man das mag oder nicht. Tatsache bleibt: ein sensationelles Konzert, eine sensationelle Sängerin und ein sensationelles Orchester.
Plattenfirma, bitte wann gibt es das auf DVD oder Blue Ray ? Der Norden rockt und bluesed so schön. Für Jazzfreunde allemal und auch eher Rock orientierte wie ich,müssen neidlos anerkennen, ein Konzerterlebnis allererster Güte. Bitte ganz schnell für den Weihnachtsmann noch notieren. Ein absolutes MUSS! Punkte kann man dafür nicht vergeben. Auf 1 – 10 (supertoll) läg dieses Machwerk bei 50+!

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