Jazzmusiker – Lebenssituation in Deutschland – Studie veröffentlicht

In Berlin wurde am 16. März 2016 die „Jazzstudie 2016“ vorgestellt. Sie bietet einen umfassenden Blick auf die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Jazzmusiker/innen.
Die Jazzstudie 2016 liefert erstmals gesicherte Daten über die Rahmenbedingungen, unter denen Jazz und improvisierte Musik in Deutschland gegenwärtig geschaffen werden. Als Grundlage diente eine Online-Befragung mit über 2.000 Teilnehmern.

Die Auftraggeber der Studie sind das Jazzinstitut Darmstadt, die Union Deutscher Jazzmusiker und die IG Jazz Berlin. Gefördert wurde die Studie durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) sowie die Länder Berlin, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Auch das Deutsche Musikinformationszentrum (MIZ) unterstützte die Durchführung der Studie.

Der Mut zur Improvisation wird nur mit 1.000 Euro monatlich belohnt
Es verhält sich beim Jazz ebenso wie sonst auch, die Musikwirtschaftstudie ließ da schließlich schon ganz tief blicken: Die Künstlerinnen und Künstler sind schlecht bezahlt. Das im Bereich Jazz durch musikalische Arbeit erzielte Jahreseinkommen liegt bei durchschnittlich 12.500 Euro.
Bei der Vorstellung der Studie in Berlin sah Siegmund Ehrmann nun Handlungsbedarf. Der Vorsitzende des Ausschusses für Kultur und Medien im Deutschen Bundestag sagt: „Mit der Jazzstudie liegen endlich belastbare Zahlen vor, auf die Kulturpolitik jetzt reagieren muss. Dabei sind die Erkenntnisse weit über die Jazzszene hinaus für viele frei arbeitende Kulturschaffende relevant.“

50 Euro pro Auftritt nicht ungewöhnlich
Die Studie zeigt unter anderem auch, dass Jazz überwiegend im urbanen Raum geschaffen wird. Die Jazzmetropolen Köln und Berlin sind auch die Regionen, wo die meisten der Befragten leben und von denen nach Selbsteinschätzung der Jazzmusikerinnen und -musiker die wichtigsten künstlerischen Impulse ausgehen. Doch ausgerechnet dort gehen professionelle Musiker selten mit mehr als 50 Euro pro Auftritt nach Hause.
Studienleiter Thomas Renz sieht daher die Notwendigkeit einer generellen Verbesserung des Gagenniveaus. „Die Landschaft der privaten und selten mit öffentlichen Mitteln geförderten Spielstätten für Jazzmusik ist geschichtlich gewachsen und bedarf einer finanziellen Stärkung“, so seine Empfehlung.
Gebhard Ullmann, Vorsitzender der Union Deutscher Jazzmusiker, bemängelt dahingehend, dass auf Jazz ausgerichtete Fördersysteme fehlen würden und fordert „eine solide Infrastruktur für diese wichtige Kunstform“. So solle die Lebenssituation der Künstler nachhaltig verbessert werden.

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