VENTO 4 am 14. Juni 2018 im Archiv im Evinger Schloss, Dortmund

VENTO 4  (Nicolao Valiensi – Euphonium; Norbert Stein – Tenorsaxophon; Michael Heupel – Flöten; Georg Wissel – Klarinette, Altsaxophon)

Das Bläserquartett spielt in virtuoser Besetzung Werke aus der Feder des italienischen Komponisten Nicolao Valiensi mit Bezügen zu seiner Heimat, der Toskana, und neue, bilderreiche Pata-Kompositionen von Norbert Stein. Georg Wissel ergänzt die abwechslungsreiche, außergewöhnlich instrumentierte Bläsermusik mit neuen Werken aus seinem musikalischen Kosmos.

Nicolao Valiensi
Valiensi studierte Posaune an der Musikhochschule von Lucca. Er war dann Mitglied des Radiosinfonieorchesters von RAI in Neapel; während seiner Militärzeit spielte er im Musikcorps der Carabinieri in Turin. Er spielte im Kammerorchester der Region Toskana, wirkte bei den Puccini-Festspielen in Torre del Lago mit und trat mit den I Solisti Veneti und der Rundfunk-Bigband von RAI in Mailand auf.
Seit 1986 war er Erster Posaunist in der Big Band des Barga-Jazz Festivals und trat dort mit Musikern wie Enrico Rava, Paolo Fresu, Gianluigi Trovesi, Bruno Tommaso und Giorgio Gaslini auf. Nach dem Studium der Jazzposaune und Instrumentalpädagogik bei Jiggs Whigham an der Musikhochschule Köln gründete Valiensi, der als Kind mit der Tradition der italienischen Banda aufgewachsen war, 2002 mit vierzehn Jazzmusikern die Banda Metafisica. Weiterhin leitete Valiensi ein Quintett mit dem Pianisten Simone Venturi, dem Gitarristen Sauro Donati, dem Kontrabassisten Luca Franchini und dem Schlagzeuger Franco Mariani.
Als Sideman wirkte er an Projekten und Aufnahmen von Lee Konitz und Dave Liebman, Tom Harrell und John Stowell mit. Weiterhin war er Mitglied des notabu, ensemble neue musik in Düsseldorf, der Gruppe novotnik 44 (mit Udo Moll, Annette Maye, Ralph Beerkircher, Thomas Gier und Dirk-Peter Kölsch), in Frank Köllges‘ Intermission Missiles, im Tom Lorenz-Quintett, im James Choice Orchestra und in Norbert Steins Ensemble Pata Horns and Drums.
Für die Banda Metafisica komponierte Valiensi mehr als vierzig Walzer, Miniaturen und Märsche in der italienischen Bandatradition. In seiner Heimatregion sammelte er Lieder, die er in einer zweibändigen Sammlung von Volksliedern der Garfagnana veröffentlichte. Außerdem komponierte er auch größere Werke, darunter ein Musiktheaterstück und ein im Jahr 2000 uraufgeführtes Requiem für Jazzorchester.
Valiensi unterrichtet Posaune und Euphonium an der Clara-Schumann-Musikschule in Düsseldorf und leitet das Blasorchester der Schule. Daneben ist er auch Dozent an der Musikhochschule von Lucca.

Norbert Stein
Zahlreiche Konzertreisen führten ihn – neben vielen Ländern Europas – u.a. nach USA, Brasilien, Afrika, Australien, Singapur und Indonesien. Einige der dabei entstandenen musikalischen Begegnungen (in Kooperation mit dem Goethe-Institut) sind als CDs auf dem PATA MUSIC Label veröffentlicht.
Der Saxofonist und Komponist gründete das Label PATA MUSIC um die Musik der vielfältigen Pata-Ensembles unabhängig zu veröffentlichen: Pata Messengers; Pata On The Cadillac; Pata, Horns & Drums; Pata Generators; Pata Masters; Pata Orchestra; Pata Horns; Pata Trio and Pata Blue Chip.
Als Komponist spricht Norbert Stein von sogenannten „inszenierten Räumen“, die er in seinen Kompositionen schafft, d.h. er gibt einzelnen Instrumentalisten Stimmungen vor, innerhalb derer sie sich dann solistisch frei bewegen können. Die Stücke präsentieren eine ausgereifte Balance zwischen ausgefeilten Arrangements und viel Spielraum für Spontanität und Interaktivität.
„Pata Music steckt voller Überraschungen und Wendungen, gibt sich offen für allerlei Einflüsse, reißt die Grenzen zwischen scheinbar widerstrebenden Idiomen ein – und braut daraus, ausgehend von der Basis der Jazzimprovisation, etwas Neues, Erregendes. …“

Michael Heupel
Heupel studierte Flöte an der Musikhochschule Köln. Von 1980 bis 1985 gehörte er der multimedialen Gruppe Boury an. Seit 1984 tritt er auch solistisch mit eigenen Kompositionen auf. Mit Norbert Steins Pata Masters unternahm er Tourneen durch Asien, Afrika und Lateinamerika. Im Duo mit Xu Fengxia spielte er die Bassflöte und die Subkontrabassflöte. 1990 gründete er ein eigenes Quartett. Außerdem arbeitete er mit Musikern wie Markus Stockhausen, Christoph Haberer, Christopher Dell, Christian Ramond, Jeff Cascaro, Stefan Bauer, im James Choice Orchestra und der Gruppe Flautomania (mit Christian Torkewitz, Christian von Kaphengst und Andreas Molino). Mit dem Gitarristen Uwe Kropinski hat er abwechslungsreiche Duo-CDs aufgenommen. Heupel unterrichtet Jazzflöte an der Hochschule für Musik Köln.

Georg Wissel
Wissel verbrachte seine Kinder- und Jugendzeit in Wanne-Eickel, wo ihn die damalige Musikszene prägte. Als Saxophonist sammelte er Erfahrungen in den unterschiedlichen Musikrichtungen von Punk über Jazz bis hin zu Auftritten auf Galas. Im Bereich der frei improvisierten Musik arbeitete er mit Barry Guys London Improvisers‘ Orchestra, Pöhl–Musik, SALZ, den Adam Noidlt Missiles von Frank Köllges und dem Wuppertaler Improvisations Orchester und unterhält Duos mit Paul Lytton, Joker Nies, sowie Tim O’Dwyer. Weiterhin spielte er mit Gunda Gottschalk, Lou Grassi, Carl Ludwig Hübsch, Paul Hubweber, Achim Krämer, Misha Mengelberg, Melvyn Poore und Alan Silva. Daneben konzertiert er auch mit Nicolao Valiensis Banda Metafisica, Nicolas Simion, Norbert Steins Pata on the Cadillac und dem Multiple Joyce Orchestra. Er trat auf Festivals in Europa und Nahen Osten auf.
Seit 1984 lehrte er an der Jugendkunstschule in Wanne-Eickel als Saxophondozent. Später leitete er auch die Bigband der Musikschule, die unter seiner Leitung 1988 beim Landeswettbewerb Jugend jazzt den 2. Platz belegte. Dann war er als Saxophondozent am Düsseldorfer Theodor-Fliedner-Gymnasium tätig, bevor er seit 1993 in Köln als Dozent an der Offenen Jazzhaus Schule wirkte. Daneben ist er bei Schulprojekten im Rahmen des von der Bundeskulturstiftung geförderten Netzwerk Neue und Improvisierte Musik als Workshop-Dozent tätig.

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