Georg Gräwe – Solo-Klavier-Konzert am 6.12.2019 im Archiv


6. Dezember 2019 – Einlass: 19.00 Uhr – Beginn: 20.00 Uhr – Eintritt: 15,00 €

Georg Gräwe wurde 1956 in Bochum geboren. Mit seiner Heimat ist er immer noch verbunden, obwohl er schon seit langer Zeit in Wien lebt.
Seltener kommt er zu Konzerten ins Ruhrgebiet, deshalb freuen wir uns ganz besonders, dass
er am 6.12. bei uns zu Gast sein wird.
Gräwe, begann 1971 als Gitarrist in einer Rockgruppe. 1974 gründete er als Pianist sein erstes Quintett, das von Free Music Production mit zwei Alben dokumentiert wurde und bis 1980 existierte. Anschließend begann er die Zusammenarbeit mit Theo Jörgensmann.
1981 gründete er sein „Grubenklangorchester“, das zunächst von Kompositionen Eislers und Bergmannsliedern ausging, dann aber eine eigene Tonsprache mit neuartigen Strukturen aus auskomponierten Teilen und freier Improvisation fand. Dieses Ensemble im Mittelformat, das nach Martin Kunzler „eine hochinteressante Alternative irgendwo zwischen dem Willem Breuker Kollektief und dem Vienna Art Orchestra bildete“, existierte mit internationaler Besetzung (u. a. Willem van ManenPhil Minton) mehr als ein Jahrzehnt lang, fand bei Kritik und Hörerschaft viel Beachtung und trat auf internationalen Festivals auf. Gräwe arbeitete zudem mit Anthony Braxton, Roscoe Mitchell, John TchicaiEvan ParkerBarre PhillipsMarilyn CrispellJohn LindbergMark FeldmanJoëlle LéandreHerb RobertsonFrançois Houle oder Ken Vandermark zusammen. Seit 1989 spielt er im Trio mit Ernst Reijseger und Gerry Hemingway (The View from Points West). Ab 1995 spielte er auch im Quintett mit Mats GustafssonSebi TramontanaMark Dresser und Mark Sanders; außerdem bildet er ein Quartett mit Frank GratkowskiKent Kessler und Hamid Drake. Mit Dorothea SchürchAnne LeBaronRobert DickMelvyn Poore und Hans Schneider bildete er ein „Chamber Ensemble“.

Gräwes Kompositionen, die sowohl der europäischen Moderne als auch den Entwicklungen der Jazzavantgarde verpflichtet sind, wurden weltweit aufgeführt. Neben Klaviermusik verfasste er Kammermusik, Orchesterstücke, Filmmusik (u. a. für das Fernsehen zu Karl Grunes Stummfilm Schlagende Wetter), Musiken für Theateraufführungen (u. a. für das Schauspielhaus BochumSchauspiel Köln und das Burgtheater Wien), Hörspiele, Videoproduktionen und Installationen.

Seit 2000 hat er auch 3 Opern geschrieben. Kopenhagen, sein erstes (basierend auf dem Stück von Michael Frayn) wurde 2003 von OPER KÖLN (CologneOpera House) produziert. Seine zweite Oper Quicksilver, ein Auftrag der Semperoper Dresden, erschien im November 2006 und die neueste, Barbara Strozzi oder Die Avantgarde der Liebe wurde 2010 vom Theater Luzern und 2011 von der Oper Bonn inszeniert. Seine Videokantate zu Albert Einsteins Reisetagebüchern – alle kennen meine visage – wurde im September 2005 im Jüdischen Museum Berlin uraufgeführt.
Seit 1999 ist Graewe mit CNMAT (Zentrum für Neue Musik und Audiotechnologie) an der UC Berkeley verbunden. Von 2002 bis 2007 unterrichtete er an der Hochschule für Musik HANNS EISLER in Berlin.
2010 kuratierte er eine Reihe von 27 Veranstaltungen, die verschiedene Aspekte der Resonanz zwischen Musik, Poesie, visuellen Künsten und Wissenschaft im Rahmen der Europäischen Kulturhauptstadt RUHR.2010 präsentierten. Ein Katalog sowie eine DVD-Ausgabe, die dieses Projekt dokumentiert, wurden auf dem Random Acoustics-Label veröffentlicht.
Aktuell ist er auch mit einem großen Ensemble auf Tour.
Im Evinger Schloss wird er heute Abend ein Solo-Konzert am Steinweg-Flügel geben.

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