EMBRYO – Christian Burchard – vibraphon, keyboard, percussion & friends (tba)

Datum:  30.09.2015
Einlass: 19.00 Uhr
Beginn: 20.00 Uhr
Eintritt:   12,00 €
Reihe: Improvisierte Musik / Musikszene Ruhrgebiet / Musikgeschichte

Embryo_Plakat - Kopie

Christian Burchard – vibraphon, keyboard, percussion & friends (tba)

Einmal fiel Goldstaub auf sie herab. Beim Fehmarn-Festival 1970 traten sie direkt nach Jimi Hendrix auf, dem letzten Auftritt seines Lebens. 1973 spielte Embryo als eine der ersten deutschen Rockbands auf einem großen Popfestival in England. Mit Rio Reiser und Ton Steine Scherben gründeten sie das Musiker-eigene April-Label  (später Schneeball) und brachte Musiker wie Trilok Gurtu in den Westen.

Sie spielten mit Jazzkoriphäen wie Charlie Mariano und Mal Waldron. Miles Davis knauserte nicht mit Lob. Sie besuchten Fela Kuti in Nigeria sowie Ravi Shankar und das Karnataka College of Percussion in Indien und heuerten als Zirkusband in Pakistan an. Mit befreundeten Formationen initiierten sie das “Umsonst & Draußen”-Festival in Vlotho, das die freie Festival-Bewegung auf den Weg brachte.

Embryo wurde zum Karrieresprungbrett für Stars wie Nick McCarthy (Franz Ferdinand) oder Die Dissidenten. Mehr als 400 Musiker durchliefen in den letzten vier Jahrzehnten die Band, was Embryo zu einer äußerst wirksamen alternativen Weltmusikakademie macht. Ihr Ruf reicht inzwischen um den halben Globus. Alternative Rockmusiker wie NNCK aus New York oder der Hiphop-Produzent Madlibs verehren sie als “Heroen des Untergrund” und suchen ihre Zusammenarbeit.

1969 gegründet, verband Embryo als eine der ersten Bands in Europa Rock mit Jazz. Später häuteten sie sich zu Pionieren der Weltmusik und unternahmen lange Reisen in den Orient und nach Afrika, um dort mit Musikern vor Ort zu spielen. Aus all diesen Erfahrungen speist sich bis heute ihre frei fließende, bunt schillernde Musik, die sie immer wieder mit überraschenden Klängen und Tönen neu auftanken.

Seit mehr 45 Jahren ist die Band aus München kreativ in Bewegung, angetrieben von der scheinbar unermüdlichen Energie ihres Leiters Christian Burchard. Wo andere längst aufgegeben oder es sich im Sessel gutsituierter Bürgerlichkeit bequem gemacht haben, macht Burchard weiter: kompromisslos, unbeirrbar, noch immer Underground, noch immer Gegenkultur, noch immer “Rock in Oppositon”.

Wenn es in Deutschland mit rechten Dingen zuginge, wäre Embryo Kult. Dann würde man die Gruppe in einem Atemzug mit dem Sun Ra Arkestra nennen, der legendären Spacejazz-Band aus den USA, die Burchard vor Jahren in München kennenlernte.