BLAUES RAUSCHEN – Festival 2017

– künstlerische Standortbestimmung im digitalen Zeitalter –

 

Blaues Rauschen↱“ ist zunächst eine thematische Zusammenführung von Konzerten und Performances. Experimentell, international, verwegen, unabhängig: so klingen die Aufführungen, die in Verbundenheit mit der regionalen Musik- und Kulturszene, sowie europäischen und internationalen Beteiligten, jungen und etablierten Künstler*innen eine Bühne abseits des Mainstreams eröffnen. Präsentiert werden schwerpunktmäßig Beiträge aus dem Spektrum von Elektronischer Musik, Neuer Musik, Klangkunst, Avantgarde Jazz, Noise, Postrock, Groove, House und Performance. Die Bühne dafür ist städteübergreifend aufgestellt, mobil und flexibel – als Kooperationsfestival mehrerer Standorte im Ruhrgebiet.

Zum Start im Herbst 2017 widmet sich das Festival Fragestellungen von Nutzen und Nachteilen der allgegenwärtigen digitalen Medientechnik. Im Mittelpunkt steht die Auseinandersetzung mit der durch die technische Entwicklung hervorgebrachte Transformationsdynamik und ihre Relevanz für künstlerische Prozesse und Produkte.

Wie verändert Technik unser kreatives Handeln, unser „In-der-Welt-sein“?

Kunst und Gesellschaft haben in der Geschichte der Menschheit noch nie zuvor in so schnellen und immer enger werdenden Zyklen neue Techniken und damit verbundene Fähigkeiten entwickelt und wieder als veraltet der Bedeutungslosigkeit übergeben. Dabei muss sich mittlerweile eine Generation mehrfach auf neue oder veränderte Bedingungen einstellen, die sich durch Medientechniken etabliert haben. Diese Innovationszyklen machen das Wissen der „Älteren“ immer schneller obsolet und das Teilen einer gemeinsamen ästhetischen Erfahrungs- und Erlebniswelt wird immer schwieriger.

In der Off- und Avantgarde-Szene nimmt das Verhältnis von analog und digital schon lange einen großen Raum ein. Dabei werden die Bedeutungen und Friktionen, Informationen und Reibungen von Transformation thematisiert. Das Festival trägt bei zur Sichtbarmachung von künstlerischen Prozessen dieser Art und soll einen Ort der Begegnung, des Austauschs von Impulsen und der reflexiven Selbstbestimmung des eigenen künstlerischen Schaffens im digitalen Informationszeitalters sein.

Die hierfür gewonnenen/eingeladenen Künstler*innen und Formationen werden sich den Fragestellungen von ganz unterschiedlichen Perspektiven und Stilrichtungen her annähern und den Besucher*innen Möglichkeiten der kritischen Reflektion und Auseinandersetzung in Konzerten und Performances bieten.

Das Festival will insbesondere junge Menschen ansprechen und durch die Verzahnung der Lebenswelten von Menschen unterschiedlicher Generationen mit künstlerischen Prozessen zu mehr Sichtbarkeit und gesellschaftlicher Auseinandersetzung mit dem Themenfeld ‚Kunst, Performance und Digitalität’ beitragen. Im entsprechend ausgerichteten Workshop „dis.GUI.sed“ (GUI = Graphic User Interface) wird das Smartphone als selbstverständlich gewordener 2 Lebensbegleiter im Mittelpunkt stehen. Als kommunikative Brücke in die Welt eröffnet es spielerisch einfach den technischen Zugang zu eigenem, kreativem Handeln. Das Entdecken der vorgegebenen und versteckten Möglichkeiten einer Technik, z.B. „Circuit Bending“ oder „Device Hacking“, führt in neue technische Welten ein und regt zugleich die kritische Distanz zum digitalen Teil unserer Persönlichkeit an.

Ein Großteil der eingeladenen internationalen Künstler*innen werden im Anschluss daran und an den folgenden Festivaltagen ihre individuellen Herangehensweisen an die Erforschung, Transformation und Nutzung technischer Möglichkeiten vor dem Hintergrund künstlerischen Ausdrucks präsentieren und dabei unsere Perspektiven auf den Umgang mit Technologie, Wissen und Lebensalltäglichkeiten erweitern.

Blaues Rauschen“ findet an insgesamt fünf Tagen statt und versteht sich als ein verbindendes Element in der polyzentralen Stadtregion des Ruhrgebiets. So wie mit dem seit 2002 in Essen, Bochum, Dortmund und Herne veranstalteten Festival »open systems«, möchten die Ausrichtenden die lokale Vernetzung der Kulturszene auch im Jahr 2017 und darüber hinaus weiter stärken und die Kooperationen ausbauen. Die Einbindung verschiedener Festivalorte im Ruhrgebiet ist ein wichtiges Zeichen für den andauernden Willen einer überregionalen Kulturpolitik.

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Künstler im Evinger Schloss:

Namia Leigh↱, BLOORT↱, Marsen Jules↱, Balazs Kovacs↱

Sa, 14. Okt 2017

Eintritt: AK € 12,- / 8,- *

*Ermäßigter Eintritt: Schüler, Studenten, Schwerbehinderte

Zur Kartenreservierung

 

© Thomas Schmidt, Stadt Herne

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